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Kapspur

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Dieser Artikel stammt ursprünglich aus dem Artikel Kapspur der deutschsprachigen Wikipedia. Der Text steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation (GFDL). Die Autoren des Originalartikels findest du in der Versionsgeschichte.

Die Kapspur bezeichnet eine schmale Spurweite von Eisenbahngleisen, bei denen der Abstand zwischen den Schienenkopf-Innenseiten mit genau 3 1/2 englischen Fuß oder 42 englischen Zoll bemessen ist, was 1067 Millimetern entspricht. Die ursprüngliche Bezeichnung lautete „CAP-Spur“ nach den Initialen des ersten Erbauers Carl Abraham Pihl und steht nicht ursächlich in Zusammenhang mit der Kapregion in Südafrika, obwohl dort sehr viele Bahnen in dieser Spurweite gebaut wurden.

Verwendung Bearbeiten

Die erste Bahn in Kapspur war die am 5. August 1862 eröffnete Strecke von Hamar nach Grundset in Norwegen. Der ausführende Eisenbahningenieur Pihl erkannte hier, dass eine Erschließung des gebirgigen und dünn besiedelten Landes mit normalspurigen Bahnen unrentabel war, und legte eine schmalere Spurweite zugrunde, die eine bessere Anpassung an das Terrain ermöglichte. In Verbindung mit einer leichten Bauweise lagen die Baukosten im Vergleich zur Normalspur um 25 % niedriger. Bis 1880 wurden in Norwegen insgesamt 970 km kapspurige Eisenbahnen gebaut. Mit Ausnahme einer Nebenbahn wurden zwischen 1904 und 1949 alle diese Bahnen auf Normalspur umgebaut. Außerhalb Norwegens kam die Kapspur in Europa nur vereinzelt zur Anwendung, so etwa im südlichen Schweden und bei verschiedenen Dampfstraßenbahnen in den Niederlanden. Ebenfalls in Kapspur fährt die Tram in Reval (Tallinn).

Heute ist die Kapspur verbreitet im südlichen Afrika und reicht bis Daressalam in Tansania (TAZARA), im gesamten asiatischen Raum, in Japan (mit Ausnahme der Hochgeschwindigkeitsstrecken, die in Normalspur gebaut wurden), in Taiwan (mit Ausnahme der Hochgeschwindigkeitsstrecke und der MRT in Taipei, die in Normalspur gebaut wurden) in Australien (Queensland, Westaustralien, Tasmanien), auf Neuseeland und in Ecuador. Auch einige Straßenbahnen, darunter die berühmten Cable Cars in San Francisco, sind in Kapspur gebaut.

Die Leistungsfähigkeit der Kapspur entspricht auf den ersten Blick in etwa der Meterspur, tatsächlich konnten und können es die Lokomotiven vor allem in Südafrika in ihrer Leistungsfähigkeit aber durchaus mit normalspurigen Lokomotiven aufnehmen. Die Klasse 25 bzw. 25 NC der South African Railways z. B. übertrifft die meisten europäischen Dampflokomotiven in Masse, Zugkraft und Leistung und gehört zu den leistungsfähigsten Dampflokomotiven außerhalb Nordamerikas.

Bedingt durch die von der Spurweite abhängigen Bogenradien können sich die mit Kapspur ausgestatteten Eisenbahnen besser dem Geländeverlauf anpassen, so dass solche Trassen im Vergleich mit normalspurigen wirtschaftlicher herzustellen sind.

Eine spezielle Fahrzeug-Anpassung an die Kapspur (und andere schmale Spurweiten) waren die im ganzen südlichen Afrika verbreiteten Garratt-Dampflokomotiven. Diese Bauart erlaubte es, den Schwerpunkt der Lokomotiven auch bei einem großen Kessel niedrig zu halten, was wegen der Kippgefahr umso wichtiger ist, je schmaler die Spurweite ist.

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